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JAZZANOVA - Of All The Things


Das Clubkollektiv aus Berlin gehört weltweit spätestens seit Ende der neunziger Jahre zu den gefeierten Innovatoren in punkto Dancefloor, NuJazz, Broken Beat, HipHop und Soul. Rund um den Globus haben DJs und Groove-Afficionados Plattencovers von Jazzanova im Hergottswinkel placiert. Ihre Remixe für Masters At Work, Fat Freddys Drop, 4Hero oder Ursula Rucker sind Kleinode. Aber auch so verschiedenen Künstlern wie Lenny Kravitz, Azymuth oder Calexico haben die sechs Berliner eine unverkennbare Jazzanova-Sound Signatur zu geben.

Ihren Enthusiasmus und ihre selbstbewusste Unbefangenheit, gepaart mit professioneller Ethik hört man sofort auf Jazzanovas neuem, zweiten Studioalbum "Of All The Things“ heraus. Es fällt sofort auf, dass Jazzanova wieder mit verschiedenen Stimmen gearbeitet haben und die Mehrzahl männlich ist:

Leon Ware (Soul-Legende und Writer/Producer von Marvin Gayes Album "I Want You") covert – gemeinsam mit Dwele (Solist für Common und Kanye West) – einen eigenen Song von 1981.

Mit Phonte (Rapper der US Hip-Hop-Band Little Brother), kommen Jazzanova zurück zu ihren Hip Hop-Wurzeln.

Der Detroiter Paul Randolph, der Londoner Ben Westbeech und José James aus Minneapolis – letztere brachten beide unlängst ihre Debütalben auf Gilles Petersons Brownswood-Label heraus – oder Dallas (von den Neuseeländern Fat Freddys Drop) sind mit dabei.

Jazzanova haben dieses Album genutzt, um sich und ihre Musik in Songs auszudrücken. Schon ihr erstes Album, der Genreklassiker "In Between" von 2002 hatte die Sample- und Beatspezialisten mit höchsten Ambitionen auf die Bühne berufen. Zuletzt hatte ihre Produktion für das Musical "Belle et Fou" in 2006 angekündigt, dass Jazzanova sich für ihr nächstes Album viel vornehmen würden.

Songs und umfangreiche Aufnahmen von Instrumenten standen auf dem Plan. Was sie allerdings mit "Of All The Things" abliefern, sprengt hinsichtlich der gesamten Produktion den bekannten Rahmen. Mit solch einem Set-Up wären wahrscheinlich auch Frank Sinatra oder James Brown zufrieden gewesen. Allein für "Let Me Show Ya" wurden zwölf Streicher, viele weitere Instrumente und ein Hintergrund-Chor mit acht Stimmen aufgenommen. "Der Hintergrundchor ist leise, aber man spürt die Kraft, und deshalb betreiben wir diesen Aufwand."

"Unsere Herangehensweise ist heute anders. Früher haben wir viele Samples genutzt, um unsere eigenen Soundwelten zu kreieren. Aber heute schaffen wir uns unsere Soundwelten durch eigene, neue Aufnahmen mit Instrumentalisten.", sagt Axel Reinemer.

"Wir gehen eigentlich dahin, unsere eigenen Samples zu produzieren", sagt Jürgen von Knoblauch. "Von 'Let Me Show Ya' haben wir die Soundwelt zerpflückt (und uns selbst gesampled) um dann 'So Far From Home' mit Phonte daraus zu machen. Speziell das Ende haben wir beim Komponieren, Arrangieren und bei den Recordings schon so angelegt, dass wir es hinterher samplen können. So haben wir die Möglichkeit es genau auf unsere Bedürfnisse anzupassen, weil wir ja auf alle Teile separat zugreifen können".

Am Ende – sonst wären Jazzanova nicht Jazzanova – wurden die zig so entstandenen Versionen und Teile auseinander genommen und wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt. Das war akribisch und extrem zeitaufwendig. "Wir haben mit dieser Arbeitsweise die Grenzen eingerissen", sagt Stefan Leisering. "Unser Ziel war nicht minimal sondern maximal".

Im Gegensatz zu früher entstanden die Aufnahmen und Produktion auf vielen analogen Geräten. "Natürlich nutzen wir viel digitale Technik, aber den Sound, den wir suchen, finden wir vor allem mit analogen Geräten", sagt Axel Reinemer. Und dazu stellen sich Jazzanova auch gerne einige Tonnen an Mischpult oder Bandmaschinen ins Studio, die natürlich von weit her organisiert werden müssen.

Ihr Aufwand ist gewaltig, aber man hört bei allem den Spaß, mit dem diese unverwechselbare Musik entstanden sein muss. Man geht gerne mit, wenn sich die vollen Harmonien mit seidigen Streichern und Stimmen gepaart über satte Beats und Bässe legen. Es ist ihnen gelungen, Songs zu komponieren, die mitreißen können und die durch versierte Arrangements und vielschichtige Soundebenen begeistern.

"DJs und Produzenten haben meistens etwas Anonymes, sind nicht als Künstler erkennbar." Und so eine persönliche Handschrift ist wichtig, bei der Flut an neuer Musik, die jede Woche wieder über einen hereinbricht.

(gekürzte Version des Pressetext)

Das Album "Of All The Things" wird am 24.Oktober 2008 veröffentlicht.

Booking:
Best-Works
Daniel W. Best
Wollinerstr. 18-19/ Aufgang C, 2. Etage, 10435 Berlin
Tel: 030- 47374171, Fax: 030- 473727- 10
daniel@best-works.com




  JAZZANOVA - Of All The Things

VÖ: 24.10.2008
Verve / Universal Music

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Walter Gröbchen