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Pumali Panthers

Pumali Panthers
Album: Pumali Panthers

Ein internationales, kosmopolitisches Projekt raunt der Einflüsterer vom Promo-Deck. Sehr eigen, sehr fragil, sehr hörenswert. Hören wir ja oft von dem Kerl. Aber diesmal scheint er nicht zu schwadronieren. Die CD auf dem Schreibtisch sieht irgendwie anders aus. Weiß mit feinen Tusche-Zeichnungen, eine Miniatur-Landkarte (?) steckt in der Kartonhülle. Und eine silberne Disk, natürlich. Gleich mal anhören...

Schnitt. An einem klaren Wintermorgen treffen sich zwei alte Freunde. Ohne besondere Absichten. Nach dem ersten Koffeinkick wird die Vision einer intensiven künstlerischen Kooperation geboren. Musik ohne stilistische Scheuklappen, die die unterschiedlichen Einflüsse verbindet - und ganz legér nach Neuem, Eigenem, Herausragendem strebt. Im Sinne eines offenen Kreativ-Pools wird eine Reihe internationaler Gastmusiker eingeladen mitzuwirken. Das Ergebnis dieses Abenteuers findet sich auf dem Album 'Pumali Panthers' wieder. Der CD in der Kartonhülle mit den Tuschezeichnungen und der, hm, Landkarte.

Schnitt. Pumali Panthers also. Keine Erklärungen dazu. Wer aber sind die Masterminds hinter dem exotisch-selbstbewußten Namen? Erstens: Georg Hartwig. Verbrachte 5 Jahre in London, wo er unter anderem mit Marc Auerbach (Seal, Ministry of Sound) zusammen arbeitete, seine neugierige Nase tief in der lokalen Szene hatte, zahlreiche Live-Gigs absolvierte und auf der ewigen Suche nach einem drinkbaren Espresso war. Zweitens: Thomas Wanker. Lebt seit 11 Jahren in Los Angeles, wo er Film-Musik für Blockbuster ("The Day After Tomorrow", "Buffy -The Vampire Slayer") bis zu Arthouse Produktionen komponiert und produziert.

Hartwig und Wanker also. Die Pumali Panthers. Zusätzliche Kraft bekommen sie durch die Stimmen von Susi Sawoff und Tania Saedi und die Gastbeiträge von Helgi Hrafn Jonsson, Philipp Pluhar, Chris Seiner, Martin Tillmann und Joel Virgel.

Diese Musik, das ist schon nach den ersten Sekunden hör- und fühlbar, kann nicht existieren ohne tiefen künstlerischen, emotionalen Austausch. Und erreicht damit, ganz selbstverständlich, den Hörer. Erwischt ihn kalt, sozusagen, weil er - wahrscheinlich - nicht mit Schönheit gerechnet hat und Wärme und Tiefe. "Pumali Panthers", das klang zunächst - ein beschämend vorschnelles Urteil - nach einer Kraftmeierei auf dem Gebiet der populären Pubertär-Marschmusik. Dabei handelt es sich bei diesem Projekt annähernd um eine Anti-These. Musik für Erwachsene. Ohne ins Elitäre, Verschrobene, Unzugängliche abzudriften. Pop also. Doch. Aber gewiß nicht ohne Haltung und Ziel. L'art pour l'art? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. "Kunst ist nicht verdaulich, sondern eine Irritation des Bewusstseins, wie ein Sandkorn im Inneren einer Auster..." (Howard Barker). Hier ist Stil, hier ist Rhythmus, hier ist, was wir oft suchen. Und selten finden.

Schnitt. Die Stücke im Einzelnen. Die Künstler im Originalton.

1. Speakeasy
Liebe, Verlust, Hoffnung, Verleugnung: Diese Gefühle waren Tania Saedi (voc) während der Aufnahme nur all zu gut bekannt. Einer der letzten Songs, die für das Album geschaffen wurden, findet sich nun als Opener auf der CD.

2. Outlines
Ein Song, der in nur 24 Stunden von der Idee zum fertigen Track gereift ist. Der Isländer Helgi Jonsson gibt eine emotionale Performance, die spätnachts bei einer spontanen Aufnahme Session entstanden ist, eingebettet in ein schlichtes Gewebe aus Rhodes-Piano und Gitarren.

3. The Scent Of Your Memory
Die Erinnerungen wollen verblassen, der bittersüsse Duft der Vergangenheit jedoch lässt sie wieder auferstehen. In dieser ersten Zusammenarbeit vertreibt Susi Sawoff die Geister des Vergessens mit ihrer intimen Stimme.

4. The Night Can Make My Day

Die Röcke werden kürzer, die Beats werden schneller, die Gitarren frivoler und die Nächte lösen ihre Versprechen ein.

5. A Way
Nach vielen Anproben findet sich die Komposition hier in ihrem dritten Gewand wieder. In sparsamer Instrumentierung führt Susi Sawoff das organische Ensemble stimmsicher an. So fühlt sich Heimweh in einem Paralleluniversum an.

6. Karma Inc.
beschleunigt das Tempo wieder. Der Veitstanz der Gesellschaft zuckt im Konsum und fragt nicht warum . . .

7. In Style and In Rhythm
Eine frühe Zusammenarbeit mit Tania Saedi, bei der sie die zwei wichtigsten Zutaten für diesen Cocktail gekonnt mixt: Style and Rhythm.

8. Daylight
Die ersten Skizzen entstanden im sonnigen Südfrankreich, auch wenn der Inhalt des Songs nicht darauf schliessen lässt. Die Gesangsaufnahmen fanden, wie so oft, im vertrauten 'living room' der Pumali Panthers statt. Den abschliessenden Feinschliff erhielt der Track in Los Angeles.

9. Untitled
Sounds und Noises wurden von verschiedenen Musikern bei impromptu-recording sessions zu einem Klang-Gemälde verwoben. Spontaneität war bei den Aufnahmen ein gern und oft gesehener Gast, der auch die Taufe des Stücks vereitelt hat. So werden die Vorstellungen des Zuhörers weniger eingeschränkt.

Das Album ist ab 15. November im Handel erhältlich.


Pumali Panthers
aktuelles Album:
"Pumali Panthers"
Hoanzl


VÖ Album: 15.11.2004

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"In Style and In Rythm"
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Georg Rosa