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Radiokulturhaus
 

SIN und ROIA
LIVE @ RADIOKULTURHAUS 24.10.2006

Eine RadioKulturhaus-Reihe mit neuer Musik aus Österreich.

Sin - Die Sünde
Der Oktober-Termin in der Reihe Live@RKH beschert uns eine sehr spezielle, dunkel eingefärbte Stimmung und Spannung. "Die dunkel schimmernde Perle Sin lag schon reif in ihrer Auster", vermeldete einst die Ö3-Musicbox, "lange bevor Teenage -Angst über die elektronische Musik hereinbrach, der Weltschmerz von Portishead und deren Epigonen sich in leeren Formalismen erschöpfte und Sin-Gründungsmitglied Richard D. ein Projekt lancierte, das ein K& zu seinem D hinzufügte. Neuland wurde erschlossen und kaum jemand bekam mit, was da von einer Band als Miniatur-Hinterhof-Unternehmung zusammengelötet wurde: eine Neudefinition von Cool, ein feinnerviger Seismograph der "wirklichen" Wirklichkeit. Und unglaublicherweise wurde nichts über die Jahre verloren, die Brillanz blieb.

Herzgebrochene Elektronica, vor Liebe vergehende Songs, sehr langsam, sehr bewegend. Lassen Sie sich nicht dadurch täuschen, dass der Sound von Sin so leicht, warm und besänftigend ist, dies ist keine Einladung für Lounge-Music Poidln und Boutiquen Sound Afficionados. Dies ist ein starkes Gebräu mit unzähligen Nebeneffekten. Natürlich können Sie die Songs auch wie einen exotischen Cocktail schlürfen, aber nur wenn Ihr Herz beim Zuhören abgeschaltet ist. Tatsächlich wird hier aber schmutzig getrickst mit dem gängigen Image von Glamour, Wünschen und Sachen die man für Geld kaufen kann. Willkommen in der Welt von Mona Moore und Andy Orel, einer Welt von gequälten Überfrauen, Eartha Kitt-Vokalismen und einem Plötzlichen-Nicht-Mehr-Ganz-So-Sicher-Sein. Hier geht es um Existenzialismus versus Effekt, Bewegung versus Hedonismus. Die Welt ist voll der Sünde. Holen Sie sich ihre Obolus-freie Absolution!“ Den Sätzen von damals ist nichts hinzuzufügen.

Roia - Der Traum
Roia dagegen ist ein blutjunges Projekt, das noch wenig bis nichts aus der Referenzen- Schublade ziehen kann. Was sich bald ändern wird. Roia sind Nina Hochrainer und Dorian Wimmer (Gesang, Komposition, Text), hinter den Kulissen aber auch – generationenübergreifend - die Studioprofis Sam Vahdat und Paul Hochrainer. Der sphärische, traumverlorene Klangirrgarten von Roia (persisch: Traum) lässt sich wohl am besten als urbaner elektronischer Pop umschreiben. Unterschiedliche Stilmittel, Einflüsse und Strömungen nehmen Roia auf und verdichten sie zu Songs, die zu gleichen Teilen Schwerelosigkeit und Schwermut verkörpern.

"Suicide Butterfly" - lange auf FM4-Rotation - war ein erster Vorgeschmack auf das Debutalbum der Salzburger Formation. "Cute Little Fear" ist ein außergewöhnliches Album einer außergewöhnlichen Band, gewiss keine leichtverdauliche Materie. "Cute Little Fear" - niedliche kleine Angst. Nicht von schlechten Eltern. Traumata-Humtata? Depro-Pop? Ein blühender Neurosengarten? Gewiss, da hat jemand seine Ängste, Sehnsüchte, Träume, Albträume in eine Kapsel verpackt und auf die Reise geschickt. Auf einem langen, ruhigen Fluss von Worten und Tönen. "Slow", "Frame", "Stereotype", "Empty". Man schreibt derlei nicht, um im Partykeller für wohliges Schaudern zwischendurch zu sorgen. Roia ringen mit den Dämonen, die sich hinter, neben, in uns verbergen. Manchmal auch im Puppenregal im Kinderzimmer. Seltener in Lordi-, Slipknot- oder DJ Ötzi-Konzerten.

"Cute Little Fear" ist ein außergewöhnliches Album einer außergewöhnlichen Formation, am ehesten zu vergleichen etwa mit Archive, frühen Cure, diversen 4ADActs wie Dead Can Dance, This Mortal Coil oder den Cocteau Twins oder gar den späten Talk Talk rund um Mark Hollis. Eine Spielart von Pop, die hierzulande eher selten blüht. Der Live@RKH-Termin ist einer der ersten Bühnenauftritte von Roia.
Man darf also doppelt gespannt sein: hier trifft eine dunkel funkelnde Vision auf eine seelenverwandte, aber doch differente, ebenso dunkel funkelnde Vision. Der Lärm, der bei diesem Zusammenprall entsteht, wird ein Höllenlärm sein. Ein mächtiger, sanfter, hypnotisierender Höllenlärm.


Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit FM4 und mit Unterstützung von DER STANDARD und des Magazins GAP statt.


Kartenanfragen unter Tel.: (01) 501 70 377
oder per mail: radiokulturhaus@orf.at



Radiokulturhaus
Sponsoring-/Kooperationspartner:



fm4.orf.at
oe1.orf.at
derstandard.at
www.thegap.at

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PRESSETEXT allgemeine Info.
.pdf (27,6 kb) // .rtf (338 kb)


PRESSETEXT SIN+ROIA Live@RKH
.pdf (29 kb) // .rtf (341 kb)


PRESSETEXT Info ROIA
.pdf (50 kb) // .rtf (357 kb)

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Fixe Termine:
siehe hier

Beginn: jeweils 19:30 Uhr
Eintritt: EUR 17,- (Vvk)/ 19,- (Ak)
Mit RadioKulturhaus-Vorteilskarte -10% bzw.-30% Ermäßigung

Kartenanfragen unter (01) 501 70 377
oder per mail: radiokulturhaus@orf.at

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Kontakt:
Walter Gröbchen